Herzlich willkommen in unserem renovierten Café Toscana am Blauen Wunder.

Am 16. September 2016 war es endlich soweit. Nach mehr als 2 Jahren Planung und beinahe 3 Monaten Umbauzeit freuen wir uns, dass die Grand Dame der Dresdner Cafélandschaft wieder Ihre Türen öffnen kann und vor neuer Eleganz erstrahlt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihre Familie Eisold und das Toscana-Team


DIE CHRONIK DES CAFÈ TOSCANA

Friedrich Louis Köhler – Der erste Herr am Schillerplatz Nr. 7

Am 15. April 1897 kaufte der Restaurateur und Eiskellereibesitzer Friedrich Louis Köhler das neu errichtete Eckhaus der Häuserzeile am Schillerplatz, direkt an der damaligen „König-Albert-Brücke“. Die Brücke war die fünfte der Dresdner Elbbrücken und wurde erst vier Jahre zuvor fertiggestellt.

Etwa 20 Jahre vorher, 1874, hatte Köhler den „Schillergarten“ in Blasewitz erworben. Er veranlasste zahlreiche Erweiterungs-bauten am Haus für verschiedene Feste und Feiern. Unter seiner Regie wurde das Restaurant damals zu einer gastronomischen Perle für die aufstrebenden Dörfer östlich von Dresden. Ein Jahr nachdem das Blaue Wunder eröffnet wurde, verkaufte Köhler den Schillergarten und begann sich für ein neues Häuschen am Schillerplatz zu interessieren.

Genau gegenüber am Schillerplatz 7 richtete der aus dem Thüringischen stammende Gastwirtssohn ein Café ein, nannte es jedoch vorerst schlicht „Kaffeerösterei mit Kaffeeausschank“. Die Brücke als neue Attraktion und viele ehemalige Stammgäste des Schillergartens verhalfen Louis Köhler zu einem schnellen Aufschwung.

Im Jahre 1901 tauchte das Kaffeehaus erstmals als „Café Toscana“ auf. Die einstige Erzherzogin von Österreich und Gattin des Sächsischen Kronprinzen Friedrich August III. von Sachsen, Luise von Toscana, war damals Stammgast des Cafés. Es ist also gut vorstellbar, dass er sein Café etwas provokativ nach ihr benannte. Denn sie war gewiss keine gewöhnliche Herzogin.

1902 heiratete die Tochter Louis Köhlers, Henny, den Kaufmann Ernst Heinrich Zimmermann. Mit ihm ging Köhler drei Jahre später eine Gesellschaft ein. Noch im selben Jahr wurde ein Verwandter Heinrich Zimmermanns, der Konditor Eugen Hugo Zimmermann, neuer Besitzer des Cafés.

Es erfolgten erste Umbauten und die Erweiterung um eine Backstube im Keller des Hauses. Er begründete den legendären Ruf für Torten und Süßspeisen des Cafés bis in unsere heutige Zeit.

Zimmermann kämpfte jedoch auch darum, eine Bierausschank-Erlaubnis zu erhalten. So schrieb er dem Gemeindevorstand 1907: „...in seinem, am Schillerplatz gelegenen Konditorei und Café Toscana ein erstes Bier verabreichen zu dürfen. Zur Begründung meiner Bitte gestatte ich mir den geehrten Gemeindevorstand zu bemerken, dass meine Existenzfrage für die Dauer gefährdet ist. Mein Lokal ist in den Sommermonaten fast leer und es ist mir unmöglich, im Winter das zu verdienen, was ich im Sommer zusetzen muss.“ Die Concession wurde dennoch nur jährlich erteilt. Die Existenz sollte indessen bald nicht mehr in Frage stehen.

1910 beantragte der Darmstädter Konditor Robert Förster die Übernahme des Cafés um es nur ein Jahr später an Franz Alois Lenz zu übertragen. Doch auch er vermochte es nicht, das Lokal zu halten.

1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wandte sich die Zimmermann verehelichte Marie an den Gemeindevorstand mit der Bitte, die von dem im Dienst des österreichischen Heeres stehenden Pächters des Cafés gehaltene Bier-Concession auf Sie zu übertragen. Dies geschah auch nach einer eher geringen Entschädigung.
Lenz hoffte hingegen, dem Café bald seinen alten Ruf wieder geben zu können.


Die Namensgeberin des Cafés war Luise von Toscana.

Die hochschwangere Mutter von bereits sechs Kindern floh als Opfer des Hofklatsches 1902 an den Genfer See. Ihre Flucht vom Dresdner Hof war einer der größten Skandale Anfang des 20. Jahrhunderts mit europäischer Tragweite. Es wurde gemunkelt, dass der Vater des Ungeborenen der Sprachlehrer ihrer Kinder Giron, die Liebschaft der Kronprinzessin, war. Diese Affäre war zu einer Zeit wie damals ein außerordentlicher Eklat. Ob die neugeborene Prinzessin tatsächlich ein Kuckucksei war, wurde nie aufgeklärt.

Verleumdet und verfolgt, wurde sie bei dem Versuch, ihre Kinder wiederzusehen, in Dresden festgenommen. Daraufhin ließ sie sich 1903 von Prinz Friedrich August von Sachsen scheiden. Luise von Toscana konnte nach diesem Vorfall nie wieder nach Dresden zurückkehren, doch der Kontakt zu ihrem Café Toscana blieb erhalten.

Der Konditor schickte ihr regelmäßig Dresdner Stollen, Streuselkuchen und Baumkuchen nach Florenz. Sie bedankte sich mit Postkarten für die ausgezeichneten Spezialitäten beim damaligen Caféhausbesitzer.

1911 schrieb Luise von Toscana ihre Autobiographie. Es ist die abenteuerliche Lebens-geschichte einer ungewöhnlichen Prinzessin, nachzulesen im Taschenbuch „Luise von Toscana – Mein Lebensweg“ (an unserem Buffet erhältlich).

In den Jahren 1934 bis 1940 wurde das Ehepaar Fritz und Irma Vogel aus Schlesien Pächter des Cafés.
Anschließend, jedoch nur für kurze Zeit, übernahm der böhmische Konditor Podzimek das Kaffeehaus und wurde gleichzeitig Besitzer des Hauses am Schillerplatz 7.

Ab 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, erhielt Werner Anders einen Pachtvertrag für das Café. Ein Jahr später sogar ein Schankrecht für Branntwein.


Die DDR-Zeit – es war Anders

Selbst in den schwierigsten Zeiten blieb das Café Toscana etwas Besonderes. Dennoch war die „Hochphase“ der damaligen DDR gleichzeitig eine schwierige Zeit für das Café. Zwar reichte das Angebot, bedingt durch die Güterknappheit bei Weitem nicht an das vorherige Niveau heran, der Besitzer des Kaffeehauses, Werner Anders, vermochte dennoch über viele Jahre das Renommee des Cafés zu erhalten und sich eine treue Stammkundschaft zu bewahren.

Im Jahre 1948 musste sich Herr Anders jedoch mit der Handelsorganisation (HO) arrangieren. Ein Jahrzehnt danach, 1959, wurde der „Eierskandal“ inszeniert, in dessen Verlauf die HO das Café Toscana übernimmt.
Kurz vor Ende der DDR waren viele alte Gebäudedenkmäler dem Untergang geweiht. Der Schillerplatz Nr. 7 teilte dieses Schicksal und war schon bald nicht mehr zu halten. Die Bausubstanz verschlechterte sich nach und nach. Der Wintergarten musste aus bautechnischen Gründen geschlossen werden, was den Verlust vieler angestammter Gäste mit sich brachte.

1989 wurde das Café geschlossen.


Auferstanden und erblüht

Nach der Wende im Jahre 1992 wurde unser Familienunternehmen, damals gemeinsam in der zweiten und dritten Generation geführt, neuer Pächter des historischen Cafés am Blauen Wunder.

Mit viel Liebe und nicht unerheblichen Investitionen war es gelungen, Dresden sein Café Toscana zurück zu geben und der Grande Dame der hiesigen Cafélandschaft zu neuer Schönheit zu verhelfen. Auch der beliebte Wintergarten mit Blick auf das „Blaue Wunder“ erstrahlte wieder in hellem Glanz. Wenngleich das Kaffeehaus dazumal noch wegen dessen Dimensionen wie ein Fremdkörper für unsere Konditorei und Bäckerei mit zwei Filialen in Arnsdorf und Radeberg war, wurde es sehr schnell zu unserem Aushängeschild. Wir freuen uns sehr und sind auch ein wenig Stolz darüber, dass wir mit unserer Philosophie an das historische Niveau des Cafés anknüpfen konnten, denn unser Ziel war schon immer „Kreationen schaffen, die ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.“ So auch schon 1953, als unser Großvater Helmut Eisold unseren Familienbetrieb ins Leben gerufen hat und unser Vater Peter Eisold mit seinem Gespür und Händchen für das Besondere und der Liebe zum Beruf den Weg für unser heutiges Bestehen ebnete.

Täglich geben wir für Sie nicht nur unser Bestes in Sachen echter traditioneller Handarbeit, Liebe zum Detail und dem Finden neuer Geschmackserlebnisse. In unserer Backstube wählen wir auch die hochwertigsten auf dem Markt erhältlichen Rohstoffe von mehrheitlich regionalen Lieferanten aus, teilweise in Bio-Qualität.

Heute wird unser Betrieb noch immer mit der bereits 1953 gefühlten Liebe und den gewohnten Qualitätsansprüchen in der dritten Generation geführt.
Neben dem Café Toscana dürfen wir mittlerweile auch drei weitere Cafés und einige Konditorei- und Bäckereifilialen in Dresden und Umgebung zu unserer Familie zählen.


Das Café Toscana heute

2016 war ein ganz besonderes Jahr für uns. Zum einen ist die vierte Generation in unser Familienunternehmen eingetreten und zum anderen erhielt unser geliebtes Café Toscana eine wunderschöne Renovierung von Grund auf.

Das einzig Unangetastete blieb dabei die Decke des Kaffeehauses. Unsere Absicht war es, die Historie mit der Moderne verschmelzen zu lassen und dennoch dem geschichtlichen Aspekt, den das Café mitbringt, genügend Raum zu geben. Schließlich ist das Café Toscana schon immer mit der Zeit gegangen und nie stehengeblieben.